Ernährung und Gesundheit

Rauchen

"Wer noch einen Funken Verstand hat, sollte ihn nicht zum Anzünden einer Zigarette benutzen"

begrüßte der damalige Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe die erfolgte dritte Anhebung der Tabaksteuer um weitere 1,2 Cent pro Zigarette. Der Tabakkonsum sank nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums infolge der Steuererhöhungen erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik um 12 Prozent. Vor allem immer mehr Jugendliche geben das Rauchen auf: Der Raucheranteil unter den 12- bis 17-Jährigen sank von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 20 Prozent im Jahr 2005. "Diese Entwicklung ist sehr erfreulich und ein echter gesundheitspolitischer Erfolg", erklärte Hoppe.

Etwa die Hälfte aller regelmäßigen Raucher stirbt vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums. In Deutschland sind jedes Jahr mindestens 110.000 Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen.

Kinder müssen vor dem Passivrauchen geschützt werden

Passivrauchen schädigt die kindliche Gesundheit viel schwerwiegender als bislang angenommen. Dies zeigt eine neue wissenschaftliche Dokumentation, die mit Hilfe des Bundesgesundheitsministeriums und der Stiftung Kindergesundheit vom Krebsforschungszentrum Heidelberg herausgegeben wurde.

Passivrauchen wirkt tödlich. Beim ungeborenen Kind bewirkt Rauchen in der Schwangerschaft schwere Wachstumsstörungen, das Geburtsgewicht ist durch täglich 20 Zigaretten um etwa 400 g erniedrigt. Vermehrt treten Fehlbildungen, Fehl - und Totgeburten auf, die perinatale Sterblichkeit erhöht sich um 150 %. Im späteren Säuglingsalter ist der gefürchtete plötzliche Kindstod ist 8-16fach häufiger. Später findet man bei Schulkindern, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten, gehäuft Übergewicht.

Auch nach der Geburt sind Kinder gegen Tabakrauch besonders empfindlich, weil Organe und Immunsystem noch unreif sind. Die Schadstoffexposition durch Passivrauch ist bei Kindern viel höher, da sie bezogen auf ihr Körpergewicht wesentlich mehr Atemluft aufnehmen müssen als Erwachsene. Rauchen in der Umgebung des Kindes schädigt nachhaltig das empfindliche kindliche Lungengewebe und fördert Asthma, schwere Atemwegsinfektionen (um 50-100 % häufiger), und langfristig Lungenkrebs. Mittelohrentzündungen treten 2-3fach öfter und Hirnhautentzündungen 4-7fach öfter auf. Es kommt vermehrt zu Unruhe, Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen. Rauchen im Beisein von Kindern erfüllt also den Tatbestand der Körperverletzung.

Umso mehr beunruhigt, dass in Deutschland 60 % der Kinder im Alter bis zu 6 Jahren in Raucherhaushalten leben und - anders als z. B. in Nordamerika - auch in öffentlichen Räumen nicht vor dem Passivrauchen geschützt werden. Tagtäglich werden 6 Millionen Kinder in diesem Land durch Tabakrauch geschädigt. Öffentlichkeit und Politik scheinen diese schwerwiegende Verletzung des Grundrechtes unserer Kinder auf Schutz ihrer Gesundheit weitgehend zu ignorieren.

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